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Neue Liquidität durch Gebrauchtsoftware

Durch den legalen Verkauf brachliegender Software kann Anlagevermögen aus der Vergangenheit in Zeiten des Wandels auf die Zukunft einzahlen

MRM Distribution CEO Ernesto Schmutter im Interview für die Sonderpublikation der WELT „Analyse – Deutscher Mittelstand“

WELT: Herr Schmutter, warum wissen viele Unternehmer:innen nicht, dass sie in ihrer alten Software eine strategische Ressource besitzen?

 

Ernesto Schmutter:

Ich glaube, das ist ein psychologischer Faktor. Nicht mehr benutzte Software ist ja unsichtbar, steht nicht ständig im Weg rum. Für den Firmenchef ist sie quasi vom Radar verschwunden. Auch für den Head of Finance ist sie nur so lange sichtbar, wie sie noch etwas kostet. Dem einzigen, dem sie noch hin und wieder über den Weg läuft, ist der CIO. Und da gibt‘s einfach noch ein paar Generationen, die mehr technisches als ein Bewusstsein zu kreieren, dass man damit durchaus noch etwas hat, das man zu Geld machen kann, ist unsere größte Challenge.

WELT: Wie funktioniert Ihr Geschäftsmodell?

 

Ernesto Schmutter:

Wir kaufen gebrauchte Microsoft On-Premises-Software und vertreiben diese an Reseller-Partner, welche sie an Endkunden weiterverkaufen. Unser Partnernetzwerk reicht vom spezialisierten Systemhaus bis hin zu großen Corporate Resellern. Auf der Ankaufsseite ist unser Geschäftsmodell relativ simpel. Es gibt Lizenztypen, die im Wesentlichen drei Voraussetzungen erfüllen müssen: Sie müssen komplett abbezahlt sein, es müssen lebenslange Lizenzen sein, also keine Abonnements, und die Vorbesitzer müssen eine Vernichtungserklärung unterschreiben. Vor kurzem haben wir unser Geschäftsmodell auf gebrauchte Hardware und Software Asset Management (SAM) Tools ausgeweitet.

5. Oktober 2021