Ungenutzte Microsoft-Lizenzen und ihr realer Marktwert

27. Mai 2026

Beim Handel muss eingekauft werden, was verkauft werden soll. Den Gebrauchtsoftware-Handel kann man vor diesem Hintergrund nicht nur als Einkaufsquelle günstiger Lizenzen betrachten, sondern als Möglichkeit, in Projekten Altlizenzen zu monetarisieren.

Der Markt für gebrauchte Software wird derzeit unter anderem von den geopolitischen Entwicklungen geprägt, inklusive der aktuellen Diskussion um Datensicherheit und Datensouveränität, so Melanie Achten, Geschäftsführerin bei MRM Distribution. Diese Gesamtgemengelage lässt die Nachfrage nach On-Premises-Lösungen steigen. „Und damit auch die Nachfrage nach gebrauchter Software – ganz einfach, weil die ein Drittel weniger kostet als die meisten Cloud-Modelle“, so Achten.

Potenziale der Cloud-Ära

Aber auch im Umstieg auf hybride Lösungen oder M365-only liege Potenzial für MRM, sagt die MRM-Chefin – und verweist gleichzeitig auf einhergehende Chancen für Reseller und Systemhäuser: Diese liegen in der Frage nach den bisherigen On-Prem-Lizenzen ihrer Unternehmenskunden. Die werden in der Cloud obsolet, aber an dieser Stelle kommt der Gebrauchtsoftwarehandel ins Spiel. „MRM-Partner können das konsequent für sich nutzen, indem sie uns die gebrauchte Software zum Kauf anbieten“, so die Managerin. Damit schaffen sie auch Budget beim Kunden – „ein Argument, das niemand ablehnt und das dem Berater selbst zugutekommt“, so Achten.

Ein typisches Szenario

Die MRM-Geschäftsführerin nennt ein typisches Szenario mit einem Unternehmen mit 150 Arbeitsplätzen, das vollständig auf eine Cloud-Umgebung umsteigt und die bisherigen Volumenlizenzen nicht mehr benötigt. Achten rechnet vor: „Für Office 2021 Professional Plus zahlen wir aktuell 35 Euro – macht bei 150 Lizenzen 5.250 Euro, die im IT-Budget direkt zur Verfügung stehen. Office 2024 Pro Plus bringt sogar 130 Euro, der Exchange Server 2019 Enterprise 100 Euro und jede CAL etwa 30 Euro.“ Dabei gilt grundsätzlich: Je neuer eine Version, desto höher der Ankaufspreis. Das Unternehmen hat einen Kalkulator für Verkäufer von Lizenzen ins Netz gestellt.

„Microsoft-Lizenzen, die durch Umstrukturierungen oder andere Gründe nicht mehr genutzt werden, haben einen realen Marktwert. Den sollten Reseller und Systemhäuser ihren Kunden nicht vorenthalten.“
Melanie Achten, Geschäftsführerin, MRM Distribution

Lizenzierung als Hebel

Achten fordert, Lizenzierung nicht isoliert zu betrachten, sondern als strategischen Hebel – für Kosteneffizienz, Flexibilität und Zukunftsfähigkeit. Das Ziel seien IT-Architekturen, deren Kosten nicht explodieren, sondern vielmehr finanzielle Freiheiten schaffen. „Einsparungen von weit über 30 Prozent sind dabei keine Ausnahme“, so die MRM-Chefin.

Veröffentlicht auf ITBusiness.


Alle Meldungen ansehen