Die Herausforderungen der Cloud monetär meistern

9. April 2025

Kosteneffizient, skalierbar und sicher soll sie sein, die Cloud. So versprechen es die Anbieter. Die Realität nach einer Migration sieht nicht selten anders aus. Das jedenfalls erfährt Melanie Achten, Geschäftsführerin des Microsoft-Resellers MRM Distribution, in Gesprächen mit Systemhäusern und IT-Dienstleistern. Über 6.000 MRM-Partner betreuen den deutschen Mittelstand bei der Soft- und Hardware-Implementierung. Sie kennen die Herausforderungen ihrer Kunden beim Gang in die Cloud. Mit dem Distributor arbeiten sie u.a. zusammen, weil MRM einen Weg zur Refinanzierung der hohen Initialausgaben bietet…

Die Cloud wird immer teurer

„Die Online-Dienste von Microsoft setzen ohne Frage Meilensteine bei der digitalen Transformation“, sagt Melanie Achten. Bis Mitte 2024 war sie Leiterin für Software Vertrieb und Lizenzmanagement bei der Bechtle AG. Dann der Wechsel zu MRM Distribution. Das hat sie gereizt, weil eben nicht alles gut ist an den Cloud-Modellen der Hyperscaler: M365-Dienste werden kontinuierlich teurer, monatlich kündbare Pläne kosten unverhältnismäßig viel und Teams ist auch kaum noch inklusive. „Und dann sind nicht einmal alle Dienste hinreichend gegen Cyberattacken gewappnet“, moniert sie.

Cloud-Kosten refinanzieren

Als Geschäftsführerin der MRM Distribution kann Melanie Achten nun etwas für den Mittelstand tun, das sie bei Bechtle bereits begonnen hat: Unternehmen monetär auf ihrem Weg in die Cloud unterstützen. Sie erklärt das Geschäftsmodell so: „Der Wechsel zu M365 macht bisher genutzte Microsoft-Programme wie Office, Windows, Exchange oder SharePoint obsolet. Je nach Version binden sie aber noch hohe Kapitalwerte im Unternehmen. MRM Distribution kauft diese Lizenzen auf.“ Eine IT-Abteilung, die 350 Office 2024 plus diverse Server und CAL an MRM veräußert, bekommt dafür um die 60.000 Euro. Das entspricht in etwa dem Budget für die Migration im ersten Jahr. Die alte Software refinanziert die Neue.

Nachhaltig handeln

„Beim Lizenzverkauf geht es nicht zuletzt auch um Nachhaltigkeit“, sagt Melanie Achten. Denn Software definiert die Lebensdauer von Hardware. „Das zeigt der Umstieg von Windows 10 auf Windows 11 eindrücklich: Das Upgrade zwingt zur Neuanschaffung von Computern, Servern und Laptops.“ Je länger eine Lizenz hingegen genutzt wird, desto weniger Elektroschrott entsteht. „Ein sehr guter Grund, Microsoft-Produkte bis zu ihrem Supportende anderen zur Verfügung zu stellen“, findet Melanie Achten und liefert gleich noch ein Argument für den Verkauf: Chancengleichheit. „Wir geben ja voll funktionsfähige Microsoft-Lizenzen in den Gebrauchtsoftware-Markt, die neu 30 bis 70 Prozent mehr kosten würden. Wer ausgediente Microsoft-Lizenzen an uns verkauft, mildert also nicht nur die eigenen Cloud-Kosten ab, sondern ermöglicht Gesundheitseinrichtungen, Start-Ups und vielen anderen Unternehmen den bezahlbaren Zugang zu hochwertiger Software.


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