Frau Achten, Softwarelizenzen gelten nicht gerade als Klimakiller – welchen Beitrag können sie denn zur CO₂-Reduktion überhaupt leisten?
Melanie Achten: Wir haben das kürzlich von ClimatePartner berechnen lassen. Heraus kam: Mit den von uns gebraucht gehandelten Microsoft-Lizenzen konnten seit unserer Gründung 2017 gut 318 Tonnen CO₂e eingespart werden.
Was genau wurde dabei betrachtet?
Die Berechnungen basieren auf festgelegten Umweltfaktoren. ClimatePartner hat unter anderem folgende Parameter einbezogen:
- Die Anzahl der seit 2017 von MRM verkauften Lizenzen
- Eine detaillierte Aufschlüsselung nach Lizenztypen – also Anwendungsserver, Zugriffslizenzen, Büroanwendungen und Betriebssysteme
- Die durch Up- und Downloads verursachten Datenmengen in Gigabyte
- Das Nutzungsverhalten, etwa über die sogenannte „Average User Time“
- Die Prozessorlast (CPU) – getrennt nach Desktop- und mobilen Applikationen
Diese umfassende Berechnung liefert ein belastbares Bild vom CO₂-Fußabdruck der Software – und davon, was eingespart wird, wenn sie nicht neu produziert und verteilt werden muss.

Warum spielt das Thema „Nachhaltigkeit“ auch bei IT-Ausschreibungen zunehmend eine Rolle?
Ich würde sagen: weil Nachhaltigkeit zur Pflicht wird. Immer mehr große Unternehmen fordern ESG-Nachweise von ihren Lieferanten. Obwohl die CSRD-Richtlinie nicht wie geplant seit Anfang 2025 auch für mittelständische Betriebe gilt, kommt das Thema doch im Mittelstand an. Dieser sogenannte Trickle-Down-Effekt macht Nachhaltigkeit zur Eintrittskarte für viele Ausschreibungen – bis hin zur IT. Und mit gebrauchter, dokumentierter Software von MRM lassen sich diese Anforderungen bei der Microsoft-Lizenzierung einfach erfüllen – und kommunizieren.
Da kommt Ihre neue Marke „green licensing by MRM“ ins Spiel?
Genau. Wir machen unter „green licensing by MRM“ sichtbar, dass die Wiederverwendung von Microsoft-Lizenzen nachhaltig ist. Das wird IT-seitig noch viel zu wenig mitgedacht – dabei kann gerade der Mittelstand hier profitieren: Gebrauchte Computerprogramme sind ein Hebel, um Kosten enorm zu senken – und CO2.
Was sollten Unternehmen über den rechtskonformen Handel mit gebrauchter Software wissen?
Vor allem, dass es keine gute Idee ist, sich bei (Online-)Anbietern Keys zu beschaffen, die zu günstig sind, um wahr sein zu können! Ein seriöser Reseller kann die neueste Version einer Software – zum Beispiel Office 2024 oder Windows Server 2025 – etwa 30 Prozent unter Neupreis anbieten. Alles deutlich darunter sollte hellhörig machen, da dann meist keine Lizenz gehandelt wird, sondern nur der Key. Und der reicht nicht, um ein Hersteller-Audit zu bestehen. Deshalb ist es wichtig, dass die komplette Rechtekette dokumentiert ist. Die beginnt damit, dass eine Lizenz vom Hersteller (in unserem Fall Microsoft) im Europäischen Wirtschaftsraum in Umlauf gebracht wurde. Bei MRM prüfen wir, ob der Ersterwerb lückenlos belegt werden kann und übernehmen mit dem Ankauf alle relevanten Nachweise. Das sind Original-Verträge und -Rechnungen, Rahmenvertrags-Keys und eine Vernichtungserklärung, die belegt, dass die an uns verkaufte Software beim Vorbesitzer gelöscht wurde. All diese Dokumente legen wir gegenüber dem Zweitkäufer offen. Damit sind MRM-Kunden audit-sicher und überhaupt rundum sicher lizenziert.
Und was läuft in der Praxis oft schief? Welche Fehler machen Betriebe z.B. beim Lizenz-Management?
Das Lizenzmanagement ist in manchen Unternehmen wie ein schwarzes Loch. Viele IT-Abteilungen dokumentieren nicht, welche Microsoft-Lizenzen sie eigentlich besitzen – und ob sie diese korrekt nutzen. Wenn uns Kunden anfragen, finden wir genauso oft Überlizenzierungen vor wie Unterlizenzierungen. Beides ist teuer! Denn Software ist einer der größten Kostenblöcke in der IT – und gleichzeitig ein Schatz, den man heben und zu Geld machen kann. Wer Ordnung reinbringt, kann überschüssige oder nicht mehr benötigte Lizenzen verkaufen und seine Budgets signifikant aufstocken. Wir helfen übrigens durch diesen Prozess – eben, weil wir es gewohnt sind, dass die Lizenzbestände nicht perfekt dokumentiert werden.
Klingt so, als wäre sogar Excel ein Fortschritt…
Kann man so sagen! Konsequent mit Excel zu arbeiten, ist besser als nichts. Damit könnten CIOs im Audit oder bei einem Sicherheitsvorfall immerhin nachvollziehen, was sie lizenziert haben. Und sie behalten im Blick, welche Software veräußert werden sollte. Wer das nicht hat, den unterstützen wir beim Überblick verschaffen, Optimieren und Zusammenstellen der nötigen Verkaufsdokumente. Auf der sicheren Seite ist man natürlich mit einem professionellen Lizenz-Management-Tool! Alles, was mit dem An- und Verkauf wiederverwendbarer Microsoft-Produkte zu tun hat, läuft seit April 2025 unter unserer neuen Marke „green licensing by MRM“.
Veröffentlicht in der IT Mittelstand.
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